TattooFarben aktuell - under construction

 

Seit dem 04.01. 2022 werden nur noch Reach-conforme TattooFarben verwendet. Die meisten Farbtöne stehen inzwischen bereit. Blau und Grüntöe sollen Anfang 2023 verboten werden. Das würde die Farbpalette um 60% verringern. Warten wir ab, welche Entwicklung sich zeigt.

Erste Tattoo-Farben

In frühen Kulturen, die Tattoos hestellten, wurde in der Regel Asche als Farbstoff verwendet. Sie wurde als Paste in absichtlich beigefügten Hautritzungen gerieben.

Die ersten Tattoofarben Ende des 19. Jahrhunderts wurden ähnlich wie die Künstlerfarben der Malerei  aus Naturstoffen gewonnen. Zu Ihnen gehörten Rötel, Kreide, Gips, Kohle, Safran, Purpur. Auch rot-violetter Kermes, aus den getrockneten Weibchen der Kermesschildlaus gewonnen,  wurde verwendet. Ebenfalls kamen färbende Nusshölzer, schwarzer Ton, Ochsengalle zum Einsatz. Blau wurde aus Indigo, Schießpulver, Graphit, chinesischer Tusche, Asche und Tabak-Sud gewonnen. Curkuma nutzte man für Gelb. Die Farbe Rot wurde u.a.  angefertigt aus Zinnober, aus roter Tusche und Eisenoxid und Farbstoffen aus Harnsäure.  Ruß und Zinnober stellten die Grundlage für Violett dar.

Jemand zeigte mir mal sein Tattoo, das zu DDR-Zeiten mithilfe einer selbst hergestellten Farbe aus Wasser und Asche (schwarz) und  geriebenem rote Ziegelstein (Rot) entstanden war.

 

Heute werden für die Farben industriell hergestellte Farbpigmente genutzt, welche wir in allen Lebensbereichen von Kosmetik bis Industrie finden.

 

REACH-Verordnung - Verbot vieler Tattoofarben

REACH Verordnung : Verbot für Stoffe in Tattoofarben beschlossen:

Seit dem 05.01. 2021 sind bestimmte Chemikalien und Pigmente in Tattoofarben nicht mehr erlaubt. Weitere Stoffe werden ab dem 04.01.2022 verboten oder in ihrer Konzentration beschränkt. Hierzu kommt ein Verbot der viel dikutierten Farbsoffe Blau 15 und Grün 7. Einige der Verbotsentscheidungen beruhen auf Erkennissen der Gefahr der  Unverträglichkeit, einige darauf, dass es nicht genug Informationen zu bestimmten Inhaltsstoffen gibt. Sie könnten ein Risiko darstellen, müssen es aber nicht. Das wird zum Anlass genommen, auch solche Stoffe zu verbieten. 

Das macht Tätowieren zwar generell sicherer - und das ist absolut gut, aber leider gab es bisher niemanden, der so viel Geld investieren wollte oder konnte, die offenen Fragen durch wissenschaftiche Untersuchungen zu beantworten zu lassen. 

 

Diese Situation könnte nun interessanterweise zu einer Marktverschiebung führen. Firmen die sowieso groß und finanzstark sind könnten nun hier notwendige Untersuchungen finanzieren und dem Markt passende Produkte anbieten. So hat die Firma Penthel fünf Jahre lang zumindest die Produktentwicklung nach dem neuesten Verordnungen finanziert und nutzt inzwischen diese Farben, die  den neuen EU-Regeln entsprechen, bereits in einem eigenen Tattoostudio.

 

Bleiben wir neugierig wie sich dieses Thema entwickelt!

 

 

Kuro Sumi

Japanische Tätowierfarbe, welche mit von den besten   Tattookünstlern  der  Welt verwendet wird
  • in den Farbe Schwarz und Grau für klassische S/W-Tattoos,   Linien   und   Schattierungen
  • frei von verbotenen aromatischen Aminen,
  • entspricht der Resolution des Europarates [ResAP(2008)1] und ebenfalls der deutschen Tätowiermittelverordnung.
  • Für alle europäischen Länder geeignet

Eine Zertifikatübersicht von CTL Bielefeld ist einsehbar unter: http://l.hh.de/kurosumizertifikate

 


Makkuro Sumi




Atomic Ink

Wie kann ich herausfinden, ob eine Tattoofarbe getestet und zugelassen ist?

 

Grundsätzlich sollte die Farbe in Deutschland von der Tätowiermittelverordnung (http://www.gesetze-im-internet.de/t_tov/BJNR221500008.html)  zugelasen sein. Seriöse Händler bieten ein entsprechendes Zertifikat für die  Farbe an, das man auch downloaden und seinen Kunden zeigen kann. Getestet wird auf Keimfreiheit, erhöhten Anteil von Schwermetallen, krebserregende diogene Azopigmente und  polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen).

 

Es werden Stichproben von unabhängigen Laboren gemacht und auf einschlägigen Webseiten veröffentlicht. CTL Bielefeld GmbH prüft und registriert untersuchte Tattoofarben in Deutschland. Hier findest du die Webseite und kannst auch deine Farben prüfen:

http://ctl-tattoo.net/Taetowiermittelverordnung/index.php

 

Flaschen mit Tattoo-Farben sollten folgende Angaben enthalten:

  • Handelsbezeichnung
  • Angabe “Tattoo Colour” oder eine andere Bezeichnung, die ein Verwechseln mit anderen Produkten ausschließt.
  • Lot Nummer (Das ist die Charge, alle Farben, die zu einem bestimmten Zeitpunkt produziert und abgefüllt wurden.)
  • Name und Anschrift des Herstellers. Hier ist die Internet-Adresse ausreichend, sofern hierüber die Anschrift des Herstellers/Importeurs zugänglich ist.
  • Mindesthaltbarkeitsdatum
  • Verwendungsdauer nach Öffnen
  • Liste der Bestandteile in abnehmender Reihenfolge ihres Gewichtes zum Zeitpunkt der Herstellung. Bei Farbstoffen kann die CI-Nummer verwendet werden.

 

Der RAPEX ist das EU Schnellwarnsystem mithilfe dessen der Informationsaustausch zwischen den Mitgliedstaaten und Kommissionen erleichtert werden soll. Es werden Produkte gelistet, die eine ernste Gefahr für die Gesundheit und Sicherheit der Verbraucher darstellen. Das kann mitunter auch nur eine Charge von einer Farbe - auch Lot genannt - sein. Seriöse Vertriebe rufen die Farben von dieser Charge zurück und informieren ihre Kunden über negative Untersuchungsergebnisse.

 

Hier findest du die RAPEX- Webseite:

http://l.hh.de/rapex