PFLEGE  DEINES  TATTOOS


Spickzettel:

1. Cremen, cremen, cremen

2. Kein Schmutz / Schweiß in die Wunde

3. Baden/ langes Duschen vermeiden

4. Nicht am Tattoo kratzen

5. Keine enge, scheuernde, fusselnde Kleidung tragen

6. Ca 8 Wochen keine starke direkte Sonne / Solarium

7. Gesund und vitaminreich ernähren

1. Behandlung im Studio

 

Nach dem Tätowieren creme  ich dein Tattoo dünn mit einer Heilsalbe ein u. bedecke die Stelle mit Folie, damit die Wunde auf dem Heimweg geschützt ist. Sie soll idealer weise max ca. 3 Std. ( nur notfalls auch in der ersten Nacht) auf  deinem frischen Tattoo verbleiben. Nach ca 6-8h immer noch unter der Folie - kann die Haut u.U. entzündlich reagieren.

Auf individuellen Wunsch kann ich auch eine luftdurchlässige wasserabweisende Spezialfolie verwenden, welche sich als transparentes Pflaster wie eine zweite Haut auf das Tattoo legt und erst nach 3-5 Tage nach der intensivsten Heilphase abgenommen werden muss, (weiter unten beschrieben). Weiter unten dazu mehr.

2. Tägliches Reiningen und Cremen

 

Wasche Wundwasser und Farbreste morgens und abends mit sauberen Händen und einem Zewa-Papiertuch und klarem Wasser ab. Benutze bei Bedarf nur grüne Seife oder eine parfüm- und seifenfreie PH-neutrale Waschlotion. z.B. "Mildeen med sensitive" (Aldi). Rossmann verkauft gute zertifizierte Naturkosmetik: "Lavera Baby & Kinder Neutral Waschlotion & Shampoo" ohne Sulfate und Mineralöle .

Hinterher mit einem Zewa trocken-tupfen, cremen und zum Schlafen ein sauberes dunkles Baumwoll-T-Shirt drüber. Sollte das mal am Tattoo festkleben - nie trocken abreißen! Vorsichtig mit Wasser lösen.

Später K E I N E  Folie mehr auftragen! Nur wenn dein Tattoo großflächig ist und du nicht sicher stellen kannst, dass du dich nachts im Schlaf darauflegst, oder Kleidung daran festklebt, decke es maximal für drei Tage und Nächte stundenweise mit neuer frischer Folie ab. Alternativ ein ausgkochtes Baumwolltuch über das dick eingesalbte Tattoo. Im Idealfall bleibt das Tattoo frei und wird nur von der hauchdünnen Salbenschicht bedeckt, dann kann es besser "atmen" und heilt besser.

Kühle das angeschwollene Tattoo mit einem in Zewa eingewickelten Kühlpack. (nicht direkt auf das Tattoo)

Verwende bitte nie Vaseline, Zinksalbe, Bübchen oder  Niveacreme. Diese entziehen dem Tattoo Farbe!

 

3. Folienverband - mehrtägiger Schutz ohne Cremen

Ein Highlight aus der Unfallchirurgie - für das effektive Verbinden von Hautverbrennungen entwickelt - sind sterile mehrtägig angelegte wasserdichte Folienverbände. Zu bestellen  in der  Apotheke oder im Internet, von Firmen wie  TATTOOMED, Suprasorb, Hydrofilm und Fixomull. Alle drei erscheinen mir nach Eigenversuch in der Qualität identisch. Dein Hund kann zufällig dagegenkommen, dein Kind drauffassen. Du kannst es abwischen, damit im Staub arbeiten, duschen und entspannt damit zu Muttis Geburtstag gehen.

 


4.  Pflegeprodukte für dein Tattoo


Sehr empfehlen kann ich "After Tattoo" von Tattoo Med. Sehr ergiebig, besonders für große Projekte zu empfehlen und von meinem Kunden bisher am besten bewertet. Zieht gut ein, bildet einen zarten Film und riecht gut. Die Firma bietet auch eine Reinigungslotion und eine Sonnenschutzcreme an.

Viele meiner Kunden bevorzugen die panthenolhaltige und gut rückfettende  Tattoosalbe von Pegasus. Apotheken haben oft auch kleine Tuben vorrätig.


Eine  panthenolhaltige Salbe, z.B. die günstige von Ratiopharm und Lichtenstein, oder die etwas teurere von Bepanthen, letztere gibt es auch für leicht entzündete Tattoos in einer desinfizierenden Variante. Ideal für den, dem die Ringelblumensalbe zu schnell wegtrocknet.

Bepanthen wird von einigen Tätowierern  nachgesagt, sie würde der Wunde Farbe entziehen, ich habe viele Kunden, welche mit Bepanthen zufrieden sind und kann persönlich dazu leider keine Angaben machen.

 

Frei von Duft-, Farb- und Konservierungsstoffen und deshalb sehr verträglich auch für superempfindliche Haut ist die Bepanthen Augen- und Nasensalbe.

 

 

BIO-Ringelblumensalbe von Kneipp pflegt, beruhigt die Haut und ist frei von Chemie - super! Günstig - um die vier Euro bei Rossmann. Zieht  schnell ein, ideal wenn die Bepanthen zu fettig und pickelfördend ist.

 

Manche Kunden sind mit einem Produkt zufrieden, andere berichten, dass ihre Creme die Haut zu sehr aufweiche - noch andere wiederum beklagen, die Chreme sei zu fetthaltig und sie würden Pickel davon bekommen oder sie ziehe zu schnell ein ubd man müsse zu oft nachcremen. Wie auch immer - probier eine Creme aus und wenn du nicht zufrieden bist - wechsle!

5. Wie dick, wie oft und wie lange cremen?

 

In den nächsten Stunden nach dem Verbandswechsel achte bitte auf noch austretendes Wundwasser. Wische wässrig Perlen auf der Haut ab regelmäßig ab und fette dünn nach.  In der Regel reicht es dann, 2-3 mal täglich zu cremen. Zu trockene Haut reißt und vernarbt. Eventuelle Verschorfungen müssen besonders gut gepflegt werden. Zu fett eingecremt können sich Pickelchen oder Bläschen um die Tätowierung bilden, auch quillt die Haut auf und das führt zu Farbverlust.

Scheuert Kleidung auf der Wunde?  Klebe nach dem Eincremen ein Stück Küchenrolle luftig locker mit Spielraum zwischen der Haut und dem Papier selbst über das Tattoo. So kann dein Tattoo unter dem Zewa immer noch atmen, es fusselt und scheuert nicht.  Bevor du ins Bett gehst, trage gern etwas mehr Salbe auf, dann reicht es über die ganze Nacht. 

 
Halte dein Tattoo für ca 4-6 Tage glänzend! Pergamentartigen Schuppen der oberen Hautschicht können sich nach 4-6 Tagen mit überschüssigen Farbpartikeln ablösen und werden durch die neue Haut ersetzt. Dann beginnt das Tattoo an der Oberfläche "krisselig" auszusehen. Das kann jucken - aber nicht kratzen! Denn das kann zu hellen Stellen im Tattoo führen. Meist helfen leichte Schläge auf das Tattoo oder erneutes Eincremen gegen den Juckreiz. Darunter kommt schließlich eine stark glänzende "neue" etwas milchig wirkende Haut zu Vorschein, unter der die eingeheilten Farbpigmente besonders gut zu sehen sind.

 

Auch nach dem oberflächlichen Abheilen nach ca 3-4 Wochen mag dein Tattoo gern mal ein wenig Creme oder Hautöl. Im Allgemeinen ist das Tattoo nach dem Abheilen weniger intensiv in der Farbe, wie im frisch gestochenen Zustand.  Das liegt daran, dass sich eine neue Hautschicht mit eigenen Pigmenten über dem Tattoo gebildet hat. Ein paar Tropfen schönes Öl auf die nasse Haut nach dem Duschen sind ideal, um das Tattoo farbintensiver wirken zu lassen. Es muss dann keine Tattoosalbe mehr sein.

Ich empfehle nach dem Abheilen regulär das Tattoo nachzustechen, um herausgeheilte Farben zu ergänzen.

Nach 5-6 Monaten gilt ein Tattoo auch in tieferen Schichten der Haut als komplett verheilt.

 

6. Frisches Tattoo -  Sport, Sonne und Ernährung

Es kommt drauf an, was du für einen Sport betreibst. Machst du morgens leichtes Yoga oder trainiert du für "Iron Man"?  Überbeanspruchte Haut kann nicht heilen. Schweiß bildet Bakterien - das kann zu Entzündung führen. Ebenso Verschmutzung. Deshalb nur mit desinfizierten Händen auf die Wunde und eventuell für eine Weile auf Sport und Schwitzen verzichten.

 

Blutspenden fällt für 4 Monate aus.

 

Direkte Sonneneinstrahlung lässt die frische Farbe verblassen.  Ein eventueller Sonnenbrand  verbrennt - wie sein Name schon sagt - die Haut, die anfangs dünn wie Pergament ist und sorgt dafür diese vom Körper dann innerhalb weniger Tage  - mitsamt einem Großteil der frisch eingestochenen Farbe - abgestoßenwerden könnte. Auch auf dein abgeheiltes Tattoo für das Sonnenbad immer Sonnencreme mit hohem (LSF50) Lichtschutzfaktor auftragen.

 

Unter den Spurenelementen spielen vor allem Eisen, Kupfer und Zink eine wichtige Rolle für die Wundheilung. Auch  eine ausgewogenen Vitaminversorgung ist wichtig. Insbesondere Vitamin C fördert die Heilung. Der Mensch braucht etwa 75 mg Vitamin C am Tag.  Diese Menge  ist enthalten in durch 75 g leckerer  Kiwi oder  200 g frischem  Paprika. Aber auch Zitrusfrüchte, leckere Säfte und anderes Obst enthalten viel von dem Spurenelement.

Wer viel Alkohol trinkt, benötigt noch mehr Vitamin C, da Alkohol Vitamine zerstört.

 

 

7. Tattoo entzündet?

Bei hygienischem Arbeiten und guter Pflege ist eine Entzündung mit Rötung und anhaltendem Schmerz fast ausgeschlossen. Sollte es dennoch dazu kommen, helfen antientzündliche Chremes von Bepanthen Plus, Fenistil, Tyrosur, Dethol oder Linola Sept.  Diese Salben enthalten ein desinfizierendes Antisept und sind für Wunden gemacht, die zu Infektionen neigen. Im Notfall hilft auch ein niedrig dosierte (0,5%) Cortisonchreme aus der Apotheke (z. B. Betagalen oder Soventol).

Sollte das nicht helfen, lieber einen Arzt aufsuchen. Dann gibt es die Möglichkeit einer 3-Tage Antibiotika Kur.

 

Natürliche Alternativen für die Desinfektion:

Teebaumöl: Wichtig ist der Gehalt an Cineol (darf nur bis zu 15 Prozent), Terpinen-4-ol (Alkohol) muss über 35 Prozent des Öls ausmachen. Je weniger Cineol im Öl ist, desto hochwertiger ist das Produkt. Nicht jeder verträgt Teebaumöl - es kann Alergien auslösen.

Propolis, ein desinfizierendes Bienewachs ist recht bewährt - du solltest dich mit der Verwendung aber auskennen. Auch dieses kann in seltenen Fällen Allergien auslösen.

 

Bei größeren Tattoos kann es nach dem Stechen zu Schwellungen der naheliegenden Lymphknoten kommen, das liegt daran, dass das Lymphsystem überschüssige Pigmente abtransportiert und die Lymphknoten diese auch speichern. Ein Kühlpad hilft da Wunder.

Selten kommt es auch zu allergischen Reaktionen (Rötungen, Pusteln, Hautjucken) auf die verwendete Tätowierfarbe.

Eiterpickelchen im oder neben dem Tattoo könnten auch von zu starker Reinigung oder Desinfektion oder von  fetter Creme kommen - dann das Produkt aussetzen bzw. wechseln!

8. Entschlackung nach Tätowieren

Tätowieren ist kein Wellnesurlaub im Biohotel! Und auch wenn wir Schadstoffe in unseren Lebensmitteln, unserer Atemluft, Keidung und Kosmetik-Utensilien vorfinden, sollten wir beim Tätowieren das Thema Gesundhei nicht unter den Tisch kehren.

Die Haut wird perforiert und mit Farbpigmenten angereichert, die normalerweise in unserem Körper nichts zu suchen haben. Ohne diese Pigmente gibt es kein Tattoo. Ich verwende nur in Deutschland geprüfte und zugelassene Farben.

 

Um eine optimale Nachsorge zu gewährleisten, ist es nach der Empfehlung eines hervorragenden, ganzheitlich orientierten Arztes möglich, für die nächsten vier Wochen folgende Ernährungsergänzungen einzunehmen:

 

Glycin 2 mal 1 Kapsel täglich (Apotheke)

Glycin ist eine entzündungshemmende Aminosäure zur Entgiftung zahlreicher Schadstoffe und Stoffwechselprodukte (wie sie zum Beispiel auch bei schnellem Abnehmen durch das Auflösen der schadstoffspeichernden Fettdepots freigesetzt werden).

 

BIO-Chlorella 3 mal 1 Kapsel täglich (Apotheke)

Chlorella ist einen Algenprodukt - oft in Tablettenform, welche in hohem Maße Schadstoffe im Körper bindet und so deren Ablagerung verhindert. Wenn du Bio-Chlorella einnimmst, kannst du davon ausgehen, dass dieses Produkt selbst auch schadstoffrei ist. Wird auch unbedingt zur Amalgamentgiftung nach dem Entfernen von Amalgam in Zähnen empfohlen.

 

Wasser in ausreichendem Maße (2l) täglich trinken, das hilft beim Ausleiten der Stoffe, die du nicht langfristig im Körper speichern möchtest.

 

Solltest du regelmäßig Medikamente nehmen, kann unter Umständen so eine Entgiftung deinen Körper belasten. Sprich mit der Verkaufsperson in der Apotheke. Eventuell ist eine Entschlackung mit milden Grünteepräparaten in diesesm Fall schonender.

 

 

 

9. Massage des Tattoos

Dass der Körper sein eigenes Energiefeld hat, ist inzwischen schon wissenschaftlich nachgewiesen. Auch dass Narben, Einfluss auf dasselbe haben. Da das Tattoo an sich bereits eine großflächige Narbe auf deinem Organ Haut darstellt, kann es für kurze oder längere Zeit - ähnlich wie bei einem Piercing zu energetischen Blockierungen kommen. Regelmäßiges Massieren des Tattoos helfen dem Körper, sein ursprüngliches Energiesystem wieder aufzubauen.

10. Narben auf dem Tattoo?

Grundsätzlich sollte ein Tattoo keine Narben hinterlassen. Wenn die Nadel zu lange auf einer Stelle bleibt und nicht nur eine Perforation der Haut sondern eine Zerstörung derselben die Folge ist, sollte der Tätowierer auf jeden Fall seine Arbeitstechnik anpassen. Insbesondere bei Linien oder bei einem komplizierten Cover-Up-Tattoo kann es ebenfalls zu einer stärkeren Belastung und somit zu leichter Narbenbildung der Haut kommen.  Auch besonders empfindliche Haut kann selbst

durch das gekonnte Tätowieren an einigen Stellen leicht narbig wirken. In der Regel verschwinden diese leichten Erhebungen von allein. Wer das Verschwinden der Narben beschleunigen möchte, kann die betroffenen Stellen mit Bepanthen Narbengel (Apotheke) pflegen. Du kannst die Narbensalbe bereits nach drie Wochen parallel zur regulären Tattoopflege verwenden und so lange auftragen, wie es sinnvoll erscheint.

 

 

Danke für dein Interesse an Tattoopflege, Entgiftung nach dem Tätowieren, bestes Tattoostudio!